Der Mai - Monat der Gottesmutter Maria

Einen geistlichen Blick mit Gebeten und Liedern auf die Mariendarstellungen in unseren vier Kirchen finden Sie unter diesem link:

Wer war Maria von Nazareth?

 

Maria von Nazareth (altgr.: „Μαριάμ“ („Mariam“), hebr.: „Mirjam“) wurde vermutlich um das Jahr 18 v. Christus geboren. Der Name Maria bedeutet die Beleibte, die Schöne, die Bittere bzw. die von Gott geliebte (aramäisch). Ihre Eltern waren Anna und Joachim, die zuerst kinderlos blieben, bis ihnen ein Engel die Geburt eines Kindes ankündigte. Maria wurde bereits im Alter von drei Jahren vom Hohepriester und den Tempelfrauen empfangen, was als „Tempelgang Mariens“ bekannt ist.

Der biblischen Überlieferung nach, verlobte sich Maria im entsprechenden Alter mit Josef (vgl. Mt 1,18–25), mit dem sie zusammen im Dorf Nazaret in Galiläa lebte. Der Erzengel Gabriel verkündigte ihr hier die Geburt eines Sohnes (vgl. Lk 1,26-38), wobei Josef im Traum angewiesen wurde Maria nicht zu verlassen, weil das Kind nicht von ihm war. So wurde Maria mit Jesus schwanger (vermutlich im Alter von 15 Jahren), den sie durch den Heiligen Geist empfing und auf diese Weise Jungfrau blieb. Während ihrer Schwangerschaft stattete Maria ihrer Cousine Elisabeth (Mutter von Johannes dem Täufer) einen Besuch ab, die ebenfalls schwanger war (vgl. Lk 1,39-56). Für eine Volkszählung wanderten Josef und Maria nach Betlehem, wo das Kind in einem Stall zur Welt kam. Mit dem neugeborenen Jesus flohen beide nach Ägypten vor dem Mordkommando des König Herodes. Die Namensgebung und Beschneidung des Neugeborenen erfolgte acht Tage nach seiner Geburt (vgl. Lk 2,21). Dann verrichtete Maria das 40 Tage nach der Geburt eine Sohnes laut jüdischem Gesetz verpflichtende Reinigungsopfer und brachte Jesus als erstgeborenen Sohn im Tempel dar (wurde in Erinnerung an die Pessach-Nacht als Eigentum Gottes betrachtet), dem heute am Fest Mariä Lichtmess (Darstellung des Herrn) gedacht wird. Als Jesus zwölf Jahre alt war, verschwand er, woraufhin ihn Maria und Josef suchten. Schließlich fanden sie ihn im Tempel bei den Schriftgelehrten (vgl. Lk 2,41-52). Nach der Überlieferung war Maria im weiteren Verlauf bei den wichtigsten Stationen ihres Sohnes Jesus dabei (Hochzeit zu Kanaaa (vgl. Joh 2,1–12), Kreuzigung (vgl. Joh 19,25). Nach der Auferstehung Jesu war Maria im Kreis seiner Jünger in Jerusalem beim Gebet anwesend. Anschließend sie ging mit dem Lieblingsjünger Johannes nach Ephesus. Der Überlieferung nach ist Maria direkt in den Himmel („Entschlafung Mariens“) aufgefahren: Diese wird in der Bibel selbst nicht erwähnt, jedoch deuten Schriftstellen daraufhin (z.B. Offb 12,1). Die Tradition berichtet hier von einem Engel, der Maria den Tod verkündet. Danach entschlief sie im Beisein der Apostel und ihre Seele wurde von Christus auf dem Arm weggetragen. Der Hohepriester und seine bewaffneten Männer versuchten vergebens den Leichnam zu vernichten. Dessen Hände blieben an der Bahre kleben, bis Petrus sie löste sowie ihn daraufhin heilte und bekehrte.

Ihren Gedenktag begeht die Kirche alljährlich am 1. Januar. In der Ikonographie wird Maria zumeist mit Kind, auf Mondsichel oder Weltkugel stehend, mit 7 Schwertern in der Brust, einem Sternenkranz, Weintrauben oder mit einer Schwalbe als Heiligenattributen dargestellt. Sie wird als Patronin der Kirche und der ganzen Christenheit verehrt. Ebenso ist sie die Schutzheilige u.a. der Essigbrauer, Gastwirte, Hebammen, Köche, Kürschner, Lebkuchenbäcker, Priester, Tuchmacher, Töpfer, Schiffer oder Seidenarbeiter. Darüber hinaus wird sie als Patronin von Polen verehrt und wird als Muttergottes in den unterschiedlichsten Anliegen angerufen.

Hier folgen Gebete, die besonders im Monat Mai unseren Blick auf Maria weiten können, um, wie Mutter Theresa von Kalkutta es einmal sagte, durch Maria zu Christus zu gelangen.

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade.

Der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Frauen

und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

Heilige Maria, Mutter Gottes,

bitte für uns Sünder

jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Amen.

Sei gegrüßt, o Königin,

Mutter der Barmherzigkeit,

unser Leben, uns’re Wonne

und uns’re Hoffnung, sei gegrüßt.

Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas,

zu dir seufzen wir

trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen.

Wohlan denn, uns’re Fürsprecherin,

wende deine barmherzigen Augen uns zu,

und nach diesem Elend zeige uns Jesus,

die gebenedeite Frucht deines Leibes.

O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria.

Die bekannteste marianische Antiphon ist sicherlich das Salve Regina, die nach ihren ersten beiden Worten des lateinischen Textes benannt ist und ihren Ursprung vor 1054 hat. Als Verfasser wird der Benediktiner Hermann von Reichenau (1013-1054), auch als Hermannus Contractus oder Hermann der Lahme bekannt, angenommen. Im Stundengebet der katholischen Kirche hat das Salve Regina im Jahreskreis seinen festen Platz am Ende der letzten Hore (Vesper bzw. Komplet).

Erhabene Mutter des Erlösers,

du allzeit offene

Pforte des Himmels

und Stern des Meeres,

komm, hilf deinem Volke,

dass sich müht, vom Falle aufzustehen.

Du hast geboren,

der Natur zum Staunen,

deinen heiligen Schöpfer.

Unversehrte Jungfrau,

die du aus Gabriels Munde

nahmst das selige Ave,

o erbarme dich der Sünder.

Die marianische Antiphon „Alma Redemptoris Mater“, deren Name sich von ihren ersten lateinischen Worten ableitet, ist bereits im 11. Jahrhundert entstanden. Als ihr Verfasser gilt ebenfalls wie beim Salve Regina der Benediktiner Hermann von Reichenau (1013-1054). Im Stundengebet hat diese Antiphon ihren festen Platz in der Advents- und Weihnachtszeit, wo sie als Anschluss der letzten Hore (Vesper bzw. Komplet) gebetet wird.

Ave, du Himmelskönigin,

ave, der Engel Herrscherin,

Wurzel, der das Heil entsprossen,

Tür, die uns das Licht erschlossen:

Freu dich, Jungfrau voll der Ehre,

über allen Seligen Hehre, sei gegrüßt,

des Himmels Krone,

bitt für uns bei deinem Sohne.

Beim „Ave Regina Caelorum“ handelt es sich ebenfalls um eine Marianische Antiphon, deren Verfasser unbekannt ist. Sie wurde nach ihren lateinischen Anfangsworten benannt und hat ihren Ursprung im 12. Jahrhundert. Im kirchlichen Stundengebet hat die Antiphon ihren festen Platz am Ende der letzten Hore (Vesper bzw. Komplet) in der Fastenzeit.

Freu Dich, Du Himmelkönigin, Halleluja,

denn er, den Du zu tragen würdig warst, Halleluja,

Er ist auferstanden, wie Er gesagt, Halleluja,

bitt´ Gott für uns, Maria, Halleluja.

V. Freu Dich und frohlocke, Jungfrau Maria, Halleluja,

A. Denn der Herr ist wahrhaft auferstanden, Halleluja.

Oration:

V. Lasset uns beten.

Gott, Du hast durch die Auferstehung Deines Sohnes, unseres Herr Jesus Christus, die Welt erfreuen wollen. Wir bitten Dich, lass uns durch Seine Mutter, die Jungfrau Maria, die Freuden des ewigen Lebens erlangen, durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Beim „Regina caeli“ handelt es sich um eine marianische Antiphon, die bereits seit dem 12. Jahrhundert überliefert ist. Der Verfasser ist nicht bekannt. Sie ist ebenfalls wie die anderen Antiphonen nach ihren lateinischen Anfangsworten benannt. Im kirchlichen Stundengebet wird die Antiphon als Abschluss der letzten Hore (Vesper bzw. Komplet) in der Osterzeit gebetet oder gesungen.

R (Refrain):

Freue dich, unvermählte Braut!

I.

Reine Jungfrau, Herrin,

unbefleckte Gottesgebärerin, R

Jungfrau, Mutter, Herrscherin

und alltauiges Vlies: R

Höher als Himmel,

heller als (Sonnen-)Strahlen, R

Freude jungfräulicher Chöre,

über den Engeln stehend, R

Erlauchter als Himmel,

reiner als Licht, R

heiliger als die gesamten

himmlischen Heerscharen. R

II.

Maria, ewig jungfräuliche

Herrin der ganzen Welt, R

unbefleckte, allreine Braut,

allheilige Herrin, R

Maria, Braut, Herrscherin,

unserer Freude Ursache, R

werte Tochter, Königin,

hochheilige Mutter, R

Geehrter als Cherubim,

unvergleichlich ruhmreicher R

als die körperlosen Seraphim,

größer als die Throne. R

III.

Freue dich, Lied der Cherubim!

Freue dich, Hymne der Engel! R

Freue dich, Ode der Seraphim,

Freude der Erzengel! R

Freue dich, Friede und Freude,

Hafen der Rettung! R

Gemach, dem Wort geweiht,

Blüte der Unvergänglichkeit, R

Freue dich, Paradies der Wonne

und ewigen Lebens! R

Freue dich, Baum des Lebens,

Quelle der Unsterblichkeit! R

IV.

Dich flehe ich an, Herrin,

zu dir rufe ich jetzt. R

Dich erweiche bittend, Allheilige,

deine Gnade erbitte ich mir. R

Werte und makellose Tochter,

allheilige Herrin, R

Innig rufe ich dich an,

geheiligter Tempel: R

Hilf mir, zieh mich an dich

(schützend) vor dem Feind! R

Und zeige mich als Erben

des ewigen Lebens! R

Beim „Agni Parthene“ handelt es sich um einen nahezu in allen orthodoxen Kirchen verbreiteten Marien-Hymnus. Dieser wurde von dem orthodoxen Heiligen Nektarios von der Pentapolis (1846-1920) auf griechisch verfasst. Seinen Namen hat der Hymnus den griechischen Anfangsworten „Agni Parthene“ („Ἁγνὴ Παρθένε“), was sich mit „Reine Jungfrau“ übersetzen lässt. Bei diesem Hymnus handelt es sich um einen Wechselgesang mit 24 Marienanrufungen, mit der Antiphon „Sei gegrüßt, unvermählte Braut!“ und erinnert an die Lauretanische Litanei.

Sei gegrüßt, Stern des Meeres,

erhabene Mutter Gottes

und stets Jungfrau,

glückliches Himmelstor.

Die du das „Ave“ nahmst

aus Gabriels Mund,

verankere uns im Frieden,

die du Evas Namen ändertest.

Löse die Fesseln der Sünder,

bring den Blinden das Licht,

vertreibe unsere Sünden,

erbitte für uns alles Gute.

Zeige dich als Mutter;

es nehme durch dich unser Gebet an,

der für uns dein Sohn

zu sein auf sich nahm.

Einzigartige Jungfrau,

Sanftmütigste von allen,

mach uns, von Schuld befreit,

sanft und keusch.

Gewähre ein reines Leben,

bereite einen sicheren Weg,

damit wir, Jesus sehend,

immer frohlocken werden.

Lob sei Gott dem Vater,

Ruhm sei dem Höchsten, Christus,

dem Heiligen Geist

sei Ehre, den Dreien eine Preisung.

Amen.

Beim dem Gesang „Ave maris stella“ (zu deutsch: „Meerstern, sei gegrüßt“) handelt es sich um einen lateinischen Hymnus, der vermutlich im 8. Jahrhundert entstanden ist und dessen Herkunft ungeklärt ist (einige vermuten Venantius Fortunatus (530-609) als Verfasser). Er wurde nach seinen lateinischen Anfangsworten benannt. Der Hymnus wurde ins Stundengebet der Kirche aufgenommen, wo er in der Vesper zu Marienfesten gesungen bzw. gebetet wird.

Einen Ort auf dieser Erde gibt es, wo Maria strahlt. Wo ihr Antlitz ist zerschnitten, dass so liebevoll geweiht. Traurig ist ihr Anblick heute und sie bittet nun auch dich in die Obhut ihres Schurzes mütterlich.

 

Refrain:

Madonna, schwarze Madonna! Gut ist es, dein Kind zu sein. Erlaube, schwarze Madonna, in deinen Armen zu sein.

 

Und Du findest bei ihr Frieden und Bewahrung vor Gefahr, denn sie hat ein Herz für jeden der sich zählt zu ihrer Schar. Auch für dich wird sie sich sorgen, für dich sein ein Zufluchtsort, denn auch du kannst ehrlich singen dieses Wort.

 

Refrain:

Madonna, schwarze Madonna! Gut ist es, dein Kind zu sein. Erlaube, schwarze Madonna, in deinen Armen zu sein.

 

Ohne Schutz und ohne Frieden, so erleben wir die Zeit. Und wir wären völlig einsam, ohne Hilfe weit und breit, hätten wir nicht uns´re Mutter, die uns liebevoll anblickt, uns zu Jesus hinführt gütig und geschickt.

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