Sonntag, 20. Mai 2012
 
 
Unsere Osterkerze - Zeichen unseres Auferstehungsglaubens PDF Drucken E-Mail

 

Der siebenarmige Leuchter

Er ist als Menorah das Zeichen Israels und damit zugleich des Alten Bundes und geht auf eine Vorschrift im 2. Buch Mose (Ex 25, 31-40) zurück. Mit seinen pflanzlichen Attributen weist er auf den Baum des Lebens, den Weltenbaum hin. Seine Siebenzahl, eine der beiden heiligsten Zahlen in der altorientalischen Tradition, ist die Viertelung des 28-tägigen Mondlaufs und die Zahl der antiken Planeten, die auch unsere Wochentage benennen, mithin also der Lauf unserer Zeit. Aber auch im Neuen Testament und im Leben der mittelalterlichen Kirche spielt die Siebenzahl eine große Rolle: In der Johannes-Apokalypse, die sieben Bitten im Vaterunser, die sieben Gaben des Heiligen Geistes, die sieben Sakramente, die sieben Tugenden, die sieben Lebensalter des Menschen, um nur einiges zu nennen.

 

Der Baum des Lebens und der Welt

Wie oben schon erwähnt, ist der Menorah-Leuchter ein altes Zeichen für den Lebensbaum, der in der christlichen lkonographie Symbol des gottgewollten Lebens ist. Sein Durchlaufen des Jahreszyklus weist auf Leben, Tod und Auferstehung hin. Nach einer Legende wurde aus dem Holz des paradiesischen Baumes der Erkenntnis das Kreutz Jesu gezimmert, das für die Christen nunmehr zum Baum des Lebens wurde. Dieser Vergleich, Christus und der Baum des Lebens, findet sich schon in den ersten christlichen Texten der Antike. Aber auch die "Wurzel Jesse" gründet in einer Baumsymbolik.

 

Das Kreuz

Das Kreuz, das dem Leuchter und Baum scheinbar entwächst, bildet aber gleichzeitig durch seine erhabene Gestaltung eine zweite Ebene. Es ist für uns Christen das Zeichen des Neuen Bundes und Symbol des Triumphes über den Tod. Als universelles Zeichen mit kosmologischer Bedeutung bietet es Orientierung im Raum; Norden, Süden, Osten, Westen, Schnittpunkt zwischen oben und unten und rechts und links, Vereinigung vieler Dualsysteme in Form einer Ganzheit, die der Menschengestalt mit ausgestreckten Armen entspricht. Es repräsentiert die Vierheit: Vier Jahreszeiten, vier Flüsse im Paradies, vier Evangelisten, vier große Propheten, aber auch die vier Buchstaben des Gottesnamens, des Tetragrammaton: JHVH, Jahwe. Unter Einbeziehung der Schnittstelle, dem eigenen Standpunkt, der in Jesus selbst gründet, symbolisiert es auch die Fünfzahl, die Zahl der himmlischen Ordnung: Fünf Sinne hat der Mensch, fünf Bücher Mose bilden den Kern des Alten Testaments, mit fünf Broten speiste Jesus die 4000, fünf Wundmale hatte der Herr selbst.

 

Das Blau

erinnert an Wasser, Symbol des Taufwassers und des lebensspendenden Wassers des Glaubens. Es verbindet die transzendenten Symbole der Kerze mit der Immanenz unserer Zeit und Lebenswelt.

   Die Kerze wurde, wie in den vergangenen Jahren auch, von unserem Gemeindereferenten, Ralf Knauer gestaltet.