Zerbrechlicher Friede

"Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!"

(Psalm 34,15)

 

Vergangene Woche haben unsere jüdischen Schwestern und Brüder ihren alljährlichen höchsten Feiertag begangen: Jom Kippur. Dieses große Versöhnungsfest entwickelte sich nach dem babylonischen Exil, im 6. Jahrhundert vor Christus. Lange Zeit wurde dabei ein besonderes Ritual vollzogen, um die Versöhnung zwischen Gott und den Menschen zu bewirken: Ein Ziegenbock wurde symbolisch mit den Sünden des Volkes Israel beladen und in die Wüste geschickt.

Bis heute ist der "Sündenbock" ein geflügeltes Wort. Er begegnet uns in menschlicher Gestalt, in allen Völkern und Kulturen, beladen mit der Schuld eines vermeintlich Stärkeren: mit Vorurteilen, Aggression, Gewalt.
Beim neulichen Anschlag auf die Synagoge in Halle – ausgerechnet an Jom Kippur - wurde dieses Phänomen traurige Realität.

Der Friede – er ist zerbrechlich, fragmentarisch, bruchstückhaft. Umso mehr sind wir dazu aufgerufen, ihn immer wieder zu suchen.
Eine Grundvoraussetzung für den Frieden ist die Versöhnung. Versöhnung aber heißt auch, die Schuld nicht abzuschieben, sondern selbst die Verantwortung dafür zu übernehmen, sich immer wieder neu auf den Weg zu machen.

Der Friede beginnt in unseren Herzen. Er ist nicht nur Auftrag, sondern auch ein Geschenk. Im Buch Levitikus gibt Gott seinem Volk die Zusage: "Ich schaffe Frieden im Land: Ihr legt euch nieder und niemand schreckt euch auf..." Lev 26,6a

Die Welt, eingehüllt in den Frieden der Nacht, besingt auch Reinhard Mey in einem seiner Lieder. Für eine kurze Zeit wird spürbar: Alles ist gut.


Impulse

  • Der Friede beginnt in mir und durch mich. Wie kann ich heute dazu beitragen?
  • Gibt es vielleicht jemanden, mit dem ich mich schon lange versöhnen möchte?
  • Hier können sie das Lied von Reinhard Mey hören: Verknüpfung
 


Diese Spur wurde gelegt von Elisabeth Prügger-Schnizer

 
 
 

 

Aus Spurensuche vom 14. Oktober 2019

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