Glück-Wunsch

"Der HERR ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen."

(Psalm 23,1)

 

Es gibt viele Anlässe, bei denen wir es einander zusprechen. Alle Menschen wünschen es sich, wollen es finden oder heraufbeschwören: das Glück.
Unzählige Bücher wurden schon darüber geschrieben; diverse Ratgeber liefern Anleitungen zum Glücklichsein. Die Glücksforschung ist ein eigener wissenschaftlicher Zweig. Im Jahr 2012 hat die UN-Hauptversammlung den Weltglückstag ins Leben gerufen, der seither alljährlich am 20. März gefeiert wird.

 

Glück ist ein sehr vielschichtiger Begriff. Jeder verbindet etwas Anderes damit. Es gibt das berauschende Glück des Augenblicks, das an bestimmte Ereignisse oder Gegenstände geknüpft ist; das Glück eines gelungenen Lebens, das sich als innere Zufriedenheit äußert; den Glückszustand – auch Flow genannt – der sich einstellt, wenn man mit allen Sinnen bei einer Sache ist, ganz im Hier und Jetzt.

 

"Jeder ist seines Glückes Schmied.” Inwieweit stimmt dieses Sprichwort? Ist Glück wirklich machbar? Bleibt es nicht letztlich immer ein Geschenk?

 

In der Bibel taucht der Begriff "Glück" nur im Alten Testament auf, etwa in der Erzählung von Josef, dem "verkauften Glückspilz" (1. Mose 39,23) oder als Verheißung für den, der Gottes gute Ordnung nicht verletzt (Sprüche 16,20).
Im Neuen Testament kommt der Begriff "Glück" überhaupt nicht vor. Allerdings gibt es viele Umschreibungen für einen glücklichen Zustand – und oft ist dabei das Glück auf der Seite der Schwachen, z.B. in den Seligpreisungen (Mt 5,3-12).
Glück zeichnet sich nach biblischem Verständnis nicht im Haben (wollen) aus, sondern im Loslassen (können), im Da-Sein.

 

Ein schönes Beispiel dafür ist die Märchenfigur "Hans im Glück". Am Ende ist Hans frei von jedem Ballast; er ist im positiven Sinne ganz "bei sich", fühlt sich frei, ist glücklich.
Eine ähnliche Erfahrung hat wohl auch der französischen Schriftstelle Honoré de Balzac gemacht, wenn er sagt: "In diesem Augenblick bin ich dermaßen glücklich, dass meine einzige Beschäftigung darin besteht, zu leben".

 

Glücksgefühle lassen sich nicht festhalten – und oft stellen sie sich ein, wenn wir mit etwas ganz anderem beschäftigt sind.
Ja, es ist ein Segen, das Glück. Die Quelle des Glücks aber liegt in uns selbst – und in der Verbundenheit mit dem, der uns in seinen Händen hält, unser "guter Hirte" ist.

 

 

Impulse

  • Wann waren Sie das letzte Mal so richtig glücklich – aus einem bestimmten Anlass oder "einfach so"?
  • Vom "kleinen Zahn des Glücks" schreibt Hilde Domin in ihrem Gedicht "Windgeschenke". Hier können Sie es nachlesen- und sich dabei vielleicht an glückliche Sommertage erinnern: Verknüpfung
  • Gott als "Glücksbringer": In dem bekannten Kirchenlied "Nun danket all und bringet Ehr" lädt der Dichter Paul Gerhardt die Menschen ein, Gott zu loben und sich ihm anzuvertrauen. "Er gebe Glück zu unserm Tun", heißt es in einer der Strophen. Stimmen auch Sie ein in diesen Gesang (EG 322 bzw. GL 403) oder hören Sie andere dieses Lied spielen und singen: Verknüpfung


Diese Spur wurde gelegt von Elisabeth Prügger-Schnizer

 

 

 
 
Aus Spurensuche vom 21.09.2020

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